Nr. 4 - September 2017


Editorial: Pfusch am Bau
Martin Boeckh
Griechische Tempelruinen, Pyramidenstümpfe in Ägypten oder Mexiko und natürlich die unzähligen romantischen Burgruinen Deutschlands machen es deutlich: Schon seit der Mensch beschlossen hat, seine Höhlen zu verlassen und massive Häuser und Wehranlagen zu bauen, nutzte er dafür – soweit möglich – die Arbeit seiner Altvorderen und demontierte nicht mehr gebrauchte Gebäude. Das gilt für alle Kulturen weltweit. Insofern ist das Baustoffrecycling die älteste Form des Recyclings überhaupt.
Ständig neue Hindernisse: Baustoffrecycling setzt sich nur mühsam durch
Martin Boeckh
Wenn in Deutschland von der Menge her etwas von höchster Relevanz ist, sind es Baustoffe. Das Umweltbundesamt errechnete vor einigen Jahren eine gigantische Menge von 28 Milliarden Tonnen an Gebäuden und Infrastrukturen in Deutschland. Dieses menschgemachte Rohstofflager könnte wieder rezykliert werden. Könnte. Denn menschgemachte Unzulänglichkeiten und Lobbyismus verhindern mehr denn je, was Ökologie und Ökonomie gebieten.
Sind neuartige Faserbetone nachhaltig? - Carbonfasern im Beton sollen die klassische Stahlbewehrung ersetzen
Eric Rehbock
Auf der Suche nach immer neuen Materialien mit angeblich immer besseren Eigenschaften kamen Wissenschaftler der TU Dresden auf die Idee, Stahl in Beton durch Carbonfasern zu ersetzen. Damit sollte nicht nur die Haltbarkeit verbessert werden, nein, auch wertvolle Rohstoffe sollten eingespart werden (vgl. auch Titelgeschichte S.12). Doch in der Entsorgungsbranche regt sich Widerstand. Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. bezieht hier eindeutig Stellung.
Gleiche Leistung bei kleineren Motoren: Technische Weiterentwicklung in der Siebtechnik
Dr. Christian Watzelt, Klaus Hardt
Im Bereich der Siebtechnik präsentiert Allgaier Process Technology auf der diesjährigen Powtech 2017 eine neue Siebmaschine, den so genannten MSizer extend.
Bis zur Unkenntlichkeit: Einwellenzerkleinerer schreddert vertrauliche Papiere
Veneta Buchegger
Zur Vernichtung von Dokumenten mit vertraulichem Inhalt verwendet Russell Richardson & Sons Ltd, ein in Sheffield, Großbritannien, beheimatetes Unternehmen, seit Ende 2015 einen Einwellenzerkleinerer des Typs Micromat 2000 von Lindner Recyclingtech. Dieser erfüllt beim Schreddern von Daten auf Papier die Anforderungen der DIN 66399-2 in den Sicherheitsstufen 3 bis 5.
Signale in Echtzeit verarbeitet: Sensorfusion macht Sortieraufgaben effizienter
Jürgen Pramer, Richard Dornauer, Anette Weingärtner
Die österreichische Firma Binder+Co AG hat mit der Entwicklung der ‚Sensorfusion’ eine neue Sensorkombination geschaffen. Dadurch kann sie nun optische Sortierer mit besonderer Flexibilität in Bezug auf die Eigenschaftsdetektion und -verknüpfung anbieten. Die Sensorfusion ermöglicht nicht nur die Detektion einer Vielzahl von Objektmerkmalen, sondern auch deren Verknüpfung in einem einzigen Prozessor.
Weniger Schnittstellen: PET-Flake-Sortieranlage komplett aus einer Hand
Brigitte Rothkopf
Zur Drinktec 2017, die vom 11.09. bis zum 15.09.2017 in München stattfindet, präsentiert sich die Sesotec GmbH in Halle A4, Stand 306, erstmals als Anbieter von kompletten Sortierstationen für das PET-Flake- Recycling. Zielkunden sind Recyclingunternehmen, die auf der Suche nach einer profitablen Lösung zum PET-Flake-Recycling sind und alle Komponenten – von Windsichter bis Sortiergerät – aus einer Hand haben möchten. Messehighlight ist das überarbeitete Multi-Sensor-Sortiersystem Flake Purifier+.
Immer gleichbleibend aktiv: DeNOx-Katalysatoren lassen sich nur aufwändig regenerieren
Ruedi Frey, Anette Weingärtner
Die katalytische Entstickung (Selective Catalytic Reduction, SCR) wird seit mehr als zwanzig Jahren im Bereich der thermischen Abfallbehandlung zur Reduktion von Stickoxiden eingesetzt. Dabei kann es zu Desaktivierungen des Katalysators kommen. Die möglichen Ursachen für eine Verunreinigung sind vielfältig. Um sie zu beheben, stehen mehrere Verfahren zur Regeneration des Katalysators zur Verfügung.
Beste verfügbare Technik: Abfallverbrennungs- und Abfallbehandlungs-BREFs sind in der Revision
Frank Schmitz, Benjamin Wiechmann
Durch die neue Verbindlichkeit der Schlussfolgerungen zur europäischen Abfallbehandlung und -verbrennung hinsichtlich des Umweltschutzes ist es erforderlich, dass viel mehr Randbedingungen, wie etwa die jeweilige gesetzliche Regelungs- und Genehmigungspraxis der Mitgliedsstaaten oder bestimmte lokale klimatische Bedingungen etc., berücksichtigt werden. Damit nimmt die Diskussions- und Bearbeitungstiefe konsequenterweise zu. Bei Meetings im spanischen Sevilla suchen die Experten nach Lösungen.
Mit Backpulver, Klärschlamm und neuer Dampfturbine: Energieversorgung Offenbach AG bringt MHKW auf den aktuellen Stand der Technik
Dipl.-Ing. Günther Weiß
Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) optimiert derzeit für etwa 50 Mio. Euro ihr Müllheizkraftwerk (MHKW) an der Dietzenbacher Straße zwischen Offenbach und Heusenstamm. Dabei gliedert sich das Projekt in zwei Phasen: Zunächst wurde die Anlage auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, und es wurde eine Effizienzsteigerung bei der bgasreinigung erreicht. In einer zweiten Phase soll zu den bestehenden drei Verbrennungslinien eine vierte für Monoklärschlamm hinzukommen.
Den richtigen Riecher: Zehn Jahre Messprogramm zur Erfassung von Gerüchen aus dem Industriepark
Michael Müller
Infraserv Höchst betreibt im Industriepark Höchst in Frankfurt/M. verschiedene Entsorgungseinrichtungen, unter anderem eine Abwasserreinigungsanlage. Da der Betrieb von Entsorgungsanlagen zwangsläufig mit Geruchsemissionen verbunden ist, die bei ungünstigen Witterungsbedingungen im benachbarten Frankfurter Stadtteil Sindlingen wahrgenommen werden können, gibt es dort ein Geruchs-Messprogramm, mit dem die Gerüche objektiv erfasst und dokumentiert werden.
Mobil versorgt: Mit Wassernebel gegen Staub
Uwe Hosse
Materialumschlagplätze, Recyclinghöfe, Baustellen, Abbruch, Erdbau, Müllverbrennung, Steinbrüche, Minen, Stahl- und Zementwerke sowie Tunnelarbeiten sind typische Einsatzgebiete für stationäre oder mobile Staubreduzierung. Die Nebolex Umwelttechnik GmbH mit Sitz in Kirchberg (Rheinland-Pfalz) stellt mobile Versorgungscontainer mit unterschiedlichen Komponenten zusammen.
Schreddern ohne Funken: Brandfrüherkennung sorgt für ein sicheres Metallrecycling
Denis Sauerwald
Mit der steigenden Bedeutung des Recyclings wachsen auch die Sicherheitsanforderungen an die Recyclingbetriebe. Brandrisiken lauern in zahlreichen Phasen des Recyclingprozesses. Um Gefahren und Ausfälle in der Verfügbarkeit zu vermeiden gilt es, gefährdete Anlagen vor Bränden zu schützen.
Kalte Fernwärme aus dem Abwasser: Im urbanen Raum gibt es unterschätzte Energiequellen
Armin Kühn, Jens Jäger
Eine umweltgerechte und wirtschaftliche Wärmeversorgung städtischer Quartiere steht bei Stadtplanern, Architekten und Bauherren hoch im Kurs. Erneuerbare Energien und die Energieeffizienz sind zunehmend wichtige Stellschrauben für eine erfolgreiche Projektentwicklung. Damit rücken auch weniger beachtete, alternative Energiequellen verstärkt in den Blickpunkt – wie die Nutzung industrieller und kommunaler Abwärme. Dieses Potential ist in Deutschland nicht zu unterschätzen.
Urbaner Lieferverkehr wird elektrisch: Kundentest des Fuso Canter E-Cell abgeschlossen
Jürgen Barth
Die Stadt Stuttgart hat in den vergangenen zwölf Monaten vier Sechstonner vom Typ Fuso Canter E-Cell im echten Betriebsalltag getestet.
Wenn der Diesel verboten wird: Elektro-Umrüstkit als Alternative
Manuel Krieg, Martin Boeckh
Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart im Juli droht in vielen deutschen Innenstädten ein Dieselfahrverbot – mit weitreichenden Folgen für Gewerbetreibende und Logistiker. Die emovum GmbH aus Hamburg bieten den betroffenen Besitzern Lösungen für ihren Diesel-Fuhrpark an.
Abscheideranlagen zwischen Waschplatz und Tankstelle: Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik gibt Tipps zur neuen AwSV
Dipl.-Min. Angelika Albrecht
Am 1.8.2017 trat die AwSV – die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen – bundesweit in Kraft. Sie löst 16 landesspezifische Vorschriften ab. Die AwSV gilt auch für viele Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen, die in Tankstellen oder Industriebetrieben eingesetzt sind.
Schlammtrocknung spart Kosten: In der Schweizer KVA Linth wurde eine Kondensationstrocknungsanlage installiert
Reinhold Specht
Die bei der Rauchgasreinigung anfallenden schwermetallhaltigen Abwasserschlämme gelangen nach der mechanischen Entwässerung als Sekundärrohstoff in die Hüttenbetriebe. Viel Geld wird gezahlt für die immer noch stark wasserhaltigen Schlämme. Hier bietet die Schlammtrocknung eine enorme Möglichkeit, Kosten zu sparen, wie das Beispiel der Müllverbrennungsanlage KVA Linth im schweizerischen Niederurnen zeigt.
Digital geplant, grün gebaut: NordBau 2017 zeigt Trends in der Bauwirtschaft
Dr. Martin Mühleisen
Digitale Vernetzung beim Bau und Vorteile durch Stadtbegrünung sind die Megatrends der Bauwirtschaft. Die NordBau 2017, die von 13. bis 17. September 2017 in den Holstenhallen Neumünster stattfindet, stellt beide Themen in den Mittelpunkt des Messeprogramms. Auch das Thema Infrastruktur spielt in diesem Jahr eine große Rolle.
Verbesserte Trennverfahren für die Bau- und Recycling-Branche: Vorschau auf die Powtech 2017
Dr. Martin Mühleisen
Auf der Powtech 2017 vom 26. bis 28. September in Nürnberg dreht sich alles um Innovationen für die Prozessindustrie. Rund 900 Aussteller präsentieren ihre neuesten Entwicklungen der mechanischen Verfahrenstechnik sowie für Handling und Analyse von Pulvern und Schüttgut. Die Messe bietet Fachbesuchern zudem ein umfassendes Begleitprogramm, darunter eine Sonderschau zum Thema Luftreinhaltung und Staubabscheidung und ein Nonstop-Vortragsprogramm im Expertenforum.
Tagung zum betrieblichen Umweltschutz: Vorschau auf den 3. Umweltgipfel in Frankfurt
Martin Boeckh
Zum dritten Mal veranstaltet die dfv Mediengruppe (Frankfurt/M.) zusammen mit dem Umweltinstitut Offenbach einen Umweltgipfel. Der Kongress findet am 14. und 15. November 2017 in Frankfurt-Offenbach statt. Die Veranstaltung richtet sich an Entscheider und Umweltbeauftragte von Unternehmen. Daher ist der Kongress auch als Fortbildung für Immissionsschutzbeauftragte im Sinne der 5. BImSchV vom RP Darmstadt anerkannt.
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